Esquirol, J. E. D.: Allgemeine und spezielle Pathologie und Therapie der Seelenstörungen

Atlas zur Entwicklung der Psychiatrie


[07] Esquirol, J. E. D.: Allgemeine und spezielle Pathologie und Therapie der Seelenstörungen. Frei bearbeitet von K. C. Hille. Nebst einem Anhange kritischer und erläuternder Zusätze von J. C. A. Heinroth. Mit XI lithographierten Tafeln. Leipzig: C. H. F. Hartmann 1827. Deutsche Übersetzung im Jahr der französischen Erstausgabe.


Jean Etienne Dominique Esquirol (1772 – 1840): Neben Pinel, dessen Schüler und Nachfolger er war, bedeutendster französischer Psychiater der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Lieferte mit seiner Dissertation «Des Passions, considérées comme causes, symptomes et moyens curatifs de l’aliénation mentale» von 1805 («Die Leidenschaften als Ursachen und Symptome der Geisteskrankheit sowie als Mittel zu ihrer Beeinflussung») die theoretische Grundlage für die bereits vorher in England praktizierte „moralische Behandlung“ (Peters 2000). Differenzierte Halluzinationen und Illusionen und sah in Sinnesstörungen ein Hauptsymptom von Geisteskrankheiten. Schaffte den Drehstuhl und andere groben Einschüchterungsmethoden ab, auch die Blutentziehungen bei tobsüchtigen Patienten.