Atlas zur Entwicklung der Psychiatrie


[05] Lehrbuch der Störungen des Seelenlebens

oder der

Seelenstörungen und ihrer

Behandlung.

Vom rationalen Standpunkt aus entworfen von

D. F. C. H. Heinroth,

Professor der psychischen Heilkunde und Arzt am Waisen= Zucht=

und Versorgungshause zu St. Georgen in Leipzig.

Zwey Theile.

Leipzig, 1818

bey Fr. Wilh. Vogel.


Johann Christian August Heinroth (1773 – 1843) hatte ab 1811 in Leipzig den weltweit ersten Lehrstuhl für „psychische Therapie“.


Er definierte Seelenstörungen als Krankheiten der Person und führte damit den Begriff ´Person´ in die Krankheitslehre ein (Janzarik 1974). Der Terminus´Psychosomatik´ geht ebenfalls auf ihn zurück. (Bd. II, S. 49: „Gewöhnlich sind die Quellen der Schlaflosigkeit psychisch=somatisch.“)


Vom Gewissen sprach Heinroth als dem „Über uns“ und nannte die bewusst ablaufenden seelischen Vorgänge „Ichsbewußtseyn“, Sigmund Freud vorwegnehmend (Bd. I, S.13). Die Biographie zog Heinroth in seine psychodynamische Sicht ein: „… dass wir eben hier den Blick nicht auf Einzelheiten werfen, sondern auf dem gesamten Menschenleben in allen seinen Beziehungen fest halten müssen“ (Bd. I, S. 185).